Seit der Mensch vor ca. 700.000 Jahren begann das Feuer unter Kontrolle zu
bringen, werden Lebensmittel zuerst gekocht und dann verzehrt.
Daran hat sich bis heute nichts geändert …
Aber nur auf den ersten Blick!
Die Art, wie und was wir essen ist ständigen Veränderungen unterworfen.
Die Ersten, die sich über die Ernährung und deren Auswirkung auf unser Wohlbefinden und Gesundheit Gedanken gemacht haben, waren die Chinesen. So existieren Aufzeichnungen
schon seit tausenden von Jahren, in denen es immer um die Harmonie auf den Körper geht
und der Fähigkeit des Organismus, diese zu nutzen.
Glück und langes Leben sind vorrangiges Ziel der östlichen Lebensphilosophie.
Im Westen ging es bis zum Anfang des 20igsten Jahrhunderts den hart arbeitenden Menschen
in erster Linie darum, den täglichen Hunger zu stillen, übermäßig fettes Fleisch war auf dem Menüplan herzlich willkommen.
Mit der Technisierung kam auch die genaue Analyse der Lebensmittel und sie wurden
eingeteilt in Kohlehydrate, Fette, Eiweiß versehen mit Vitaminen und Spurenelementen.
Mittlerweile verbinden Ernährungsberater die tausendjährigen Erkenntnisse der chinesischen Küche mit den wissenschaftlichen Ergebnissen des Westens und verhelfen uns dadurch zu
einer modernen Sichtweise.
Kulinarisch gesehen bestand in der westlichen Welt der Konsens, demzufolge die französische Küche den ersten Rang in der Welt der gehobenen Gastronomie zukäme.
Wort und Werk französischer Spitzenköche wie Brillat Savarin, Auguste Escoffier und Henri Paul Pellabrat galten Generationen von Gastronomen und Köchen in aller Welt als verbindlich und wurden als Grand Cuisine bezeichnet.
Bis heute ist durch Schüler der “großen Köche“ das Wissen um die Zubereitung von Speisen weiter gegeben worden, wurden abgewandelt und der modernen Zeit angepasst.
Und so revolutionierten Köche wie Paul Bocuse und Eckart Witzigmann Ende der 70iger Jahren
die Nouvelle Cuisine. Gekennzeichnet durch frische regionale und leichte Produkte. Wobei die
leichte Küche dafür stand das man jetzt die Saucen nicht mehr mit Mehl bindet sondern literweise Schlagobers einreduzierte um die richtige Konsistenz zu bekommen, was der Leichtigkeit aber nicht gerade diente.
Das besondere Merkmal der Nouvelle Cuisine waren aber die kleinen, verspielten Portionen
auf riesengroßen Tellern, die in teuren Spitzenrestaurants an zahlungskräftige Gäste
verabreicht wurden.
Etwa zur selben Zeit wurde unsere gastronomische Landschaft durch die „Mutter aller Küchen“, der Italienischen, erweitert.
Der nächste Schritt waren alle möglichen Abwandlungen der Nouvelle Cuisine von der Cuisine Naturelle zu Fusionsküchen, welche den Bogen bis zur „Hummerleberwurst“ zeitweise überspannten.
Nach BSE und anderen Seuchen, verursacht durch Massentierhaltung, respektlosem Umgang
mit Tier & Pflanzen und Genmanipulation ist seit Ende der 90iger ein langsamer Wechsel in
den Essgewohnheiten der Menschen eingetreten.
Wir wollen wieder wissen, was wir essen und woher es kommt.
Die Besinnung darauf wird uns immer wichtiger.
Wahrscheinlich sind wir auch übersättigt von synthetisch wirkendem Fastfood und den
Light -Menüs aus den Kühlregalen die wir, Kinder dieser Zeit, zu genüge in uns
hineingestopft haben.
Das Image des Kochens hat sich stark verändert und hat nichts mehr mit Häuslichkeit zu tun, sondern ist ein Zeichen für den bewussten Umgang mit sich selbst.
Selber Kochen ist auf jeden Fall wieder angesagt und spätestens nach Jamie Oliver haben es Tausende versucht und nachgemacht.

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